IX. Marionette der Bambara

mehrfach lackiertes Holz, Haare und Stoff, Mali

Die bemerkenswert große Marionettenfigur der Bambara aus Mali steht hier im großen Raum der Sammlung fast so, als käme kein Blick für die Wände und Skulpturen an ihrer in sich ruhenden Zeugenschaft vorbei. Die weit auseinander liegenden Augen erfassen denjenigen in aller Eindringlichkeit, der an dem Objekt vorbei die Grafiken im Raum wahrzunehmen sucht. Das mehrfach lackierte Holz spricht sich für eine langjährige Bespielung dieser für die Bambara typischen Holzmarionetten aus. Einem ver­muteten und blassen Europäer gleich erscheint der behütete Blick dieser Arbeit stoisch und darin von großer Gelassenheit. Der Mund ist zwecks einer Initiierung nach Innen gearbeitet, zeigt die Form eines Zigarettenfilters und ist durch Haare umgeben wie es die markanten Ohren der Figur bleiben. Unter dem Stoff taucht der noch immer intakte Spielmechanismus der Figur auf, die mit ihren Armen einen großen Zuschauerkreis zu umspielen verstand. Mehrfach nach lackiert dokumentiert die große Spielfigur den appellativen Charakter des Marionettenspiels an sich; mehrfach ausgearbeitet für diverse Spieleinheiten steht die Figur hier im Zusammenhang wie eine leitende Instanz, an der vorbei der Blick zuallererst dann doch zurück zum Blick der Marionette findet.

Foto des Objektes