VII. Stele der Ewe

fragmentiertes Holz, Togo

Zu den allerersten Objekten westafrikanischer Stammeskunst gehört der stark fragmentierte Rest einer ursprünglich lang gezogenen, archaisch und grob ausgearbeiteten Stele der Ewe. Einem Stück Treibholz gleich, übersetzt sich im stark ausge­höhltem Holz einzig der große, schreiende Appell aufgezeigter Mahnung und aufgezeigter Aus- und Anrufung. Die Stele ist bis auf ihren Grund frei gewaschen; sie fundamentiert in erodiertem Grund und zeigt Beopferungsspuren am Kopf. Das Gesicht ist nach Innen durch Auslassungen erarbeitet, was typisch für die Ewe ist, Das Objekt kommt einer lautstark schreienden Bekun­dung gleich. Im Holz wäscht sich erodierte Zeit frei und vom Kopf angefangen bekundet sich gezeitigte Fragmentierung. Das Objekt steht idealtypisch für meinen Beginn der Sammlung, weil es die gesamte Eindringlichkeit der traditionellen Schnitzkunst aufweist, deren primäres Schnitzwerk längst eine Synthese mit Wind, Wetter und sekundärer Beopferung gefunden hat. Das erste Objekt traditionell westafrikanischer Schnitzkunst übersetzte den empfundenen Schrei in sodann zu sammelnde expressionistische Grafiken, die oft verwandt mit dem zugrunde liegenden Holzstock umgehen, wie es dieses zum Schrei geronnene Objekt vorgibt.

Foto des Objektes