V. Moba, Schutzfetisch

erodiertes Eisenholz, Togo

Das schwere, so genannte Eisenholz dieses großen Schutz­fetisches der Moba scheint sich wie erkaltetes Gestein über sich selbst zu ergießen, derart statisch und bewegt zugleich dokumen­tiert sich hier erodiertes und frei gewaschenes Holz als gleichsam steinerne Bekundung. Die Arme, die die Materialität von Holz zu leugnen scheinen, um wie Papier zu wirken, umfassen das Objekt lang gestreckt und einer anthropomorphen Aussage gleich. Ein tiefer, längst frei gewaschener Riss verläuft durch den Kopf, dem trotz seiner appellativen Eindringlichkeit jede Schnitzung von Gesichtsfeldern fehlt. Dennoch oder gerade darin bekundet sich eine statisch höchst bewegte Aussage, als nehme die Skulptur ihren Betrachter beruhigt und formal geronnen in den Blick. Für die Schnitzkunst der Moba typisch ruht der lang gezogene Körper in tief sitzenden Hüften. Die kurzen, frei gewaschenen Beine tragen scheinbar mühelos den schweren Körper und verleihen ihm eine bemerkenswert verlebendigte Statik. Der Figur, der jeglicher menschlich wiedererkennbarer Ausdruck fehlt, ist dennoch eine anthropomorphe Ausdruckskraft zu entnehmen, die im schweren, alten Holz tief in sich zur Ruhe findet.

Foto des Objektes