III. Kopf einer Stele, Ewe

fragmentiertes Holz und Stoffreste, Togo

Der Kopf einer Stele verweist auf das eindringliche Thema der Sammlung insgesamt: Er repräsentiert einen gezeitigten Aus­druck, der fast dabei ist, sich in Gänze an seine Fragmentierung und an seine erodierte Verletzung zu verlieren. Manieriert neigt sich der Kopf zur Seite, bekundet Fraß- und Witterungsspuren und hält eine primäre Schnitzung im Zeitpunkt ihrer natürlichen Auflösung fest. Das rechte Auge fehlt, während die für die Ewe typische Kaurischnecke das linke Auge repräsentiert. Der tiefe Trocknungsriss verläuft senkrecht durch den Kopf und scheint ihn auseinander fallen zu lassen, so gezeitigt ist hier ein Schnitzwerk in seinem Verfall einem innehaltenden Zufall und einer inne­haltenden Gegenwärtigkeit gleich festgehalten. Der Kopf schmerzt in seiner Fragmentierung, weil der Blick vor allem die spröde und zerfallende Verletzung wahrnimmt; der Kopf mahnt eine Zeit­lichkeit, die er nicht leugnet, sondern zu Bewusstsein im Blick des Betrachters bringt. Für mich bannt diese kleine Skulptur den­jenigen Grund, weshalb ich auf fragmentierte und stark erodierte Skulpturen insgesamt reagiere: Der Kopf bannt Zeitlichkeit und die Angst vor Zerfall und Verwesung.

Foto des Objektes