XII. Hauspfosten

erodiertes Holz, Mossi, Burkina Faso

Der vermutlich ein Jungen- oder Mädchenhaus bildende Haus­pfosten der Mossi ist in seiner fragmentierten Bekundung von Wind und Wetter bis in seine Fundamentierung eine genaue Nachzeichnung der hölzernen Strukturen und Jahresringe zu nennen. Das große Objekt bekundet Witterungsspuren eben so wie Feuerspuren; der Hauspfosten lebt durch seine frei ge­waschene Struktur und bleibt in seiner stelenartig ausgearbeiteten Form gleichsam eine anthropomorphe Behauptung zu nennen. Ursprünglich ein Bauwerk tragend, ruht der Pfosten auch ohne seine statische Funktion in sich, umspielt und umspült auf seiner Oberfläche die vielen Jahre seiner außerhäusigen Nutzung und zeichnet höchst genau die Struktur des Holzes und den Gang der Jahresgezeiten nach. Passend zum Gebälk der innerhäusigen Räume hier; passend zur Struktur nicht weniger Grafiken und Skulpturen, bekundet das Objekt meine Vorliebe für „olles Holz“ und umspielt kreatürlich eine beeindruckend frei gewaschene Holzstruktur.

Foto des Objektes