XI. Erich Heckel, „Krankes Mädchen“

Holzschnitt, 1913

Erich Heckels Holzschnitt „Krankes Mädchen“, ursprünglich auch als „Jüngling“ bezeichnet, gehört zu den frühesten Zeugnissen expressionistischer Grafiken innerhalb der eigenen Sammlung. Neben Max Pechsteins Arbeit „Prophet“ bzw. „Der Alte“ hat Heckels Arbeit hierher gefunden, da es noch nicht den Fokus auf Westafrika gegeben hat. Dennoch nimmt auch diese Arbeit formal eine Schnitzkunst vorweg, die sich grafisch wie skulptural hier übersetzt. In einem durch Flächen und Diagonalen gekenn­zeichneten Raum, der in seiner Bildlogik nicht als faktischer Raum bestimmt werden kann, liegt die Protagonistin der Arbeit und ruht – sich selbst haltend – in sich. Der schlanke Kopf scheint durch den Hintergrund fast illuminiert zu sein, wobei die Diagonalen im unteren Bildbereich erneut vorkommen und im Bildmittelpunkt ein in sich ruhendes Rechteck bilden. Der Holzstock ist unterteilt in Bildflächen und die Faltung der Kleidung kommt der Faltung des stofflich ausgearbeiteten Hintergrundes gleich. Einzig das Gesicht der Dargestellten kennt weichere Züge, bleibt aber in seiner Gewahrwerdung bei sich, ohne einen Betrachter zu erfassen. Heckels Holzschnitt hängt hinter einer Stele der Ewe, die ähnlich holzschnittartig ausgearbeitet ist.

Foto des Objektes